Schuldgefühle? Wie Yoga uns helfen kann sie aufzulösen.



Fotografin: Sandra Marusic


Ohh Hallo Schuldgefühle… Danke für euren Besuch, was darf ich heute neues lernen?

Vor kurzer Zeit bekamen wir die Schockdiagnose Gallenblasen Krebs! Meine Mutter ist unheilbar krank und trotzdem möchte ich an ein Wunder glauben. Ich warte nur darauf, dass mein Papa eines Tages anruft und sagt, “deine Mama ist wieder gesund.”

Jede Minute, in der ich nicht bei meiner Mutter sein kann, wird fast unerträglich…Schuldgefühle plagen mich…

Als ich vor einigen Wochen im Kosovo war und mit meiner Mutter täglich Yoga praktizierte, mit dem Haushalt und kochen unterstützte, plagten mich auch Schuldgefühle. Mache ich wirklich genug? Genug für meine Mutter, genug für meine Kinder, genug für meinen Mann, genug für meine Selbstständigkeit und genug für mich?

Das darf es doch nicht sein, höre ich eine innere Stimme sagen. Der Film der Schuldgefühle stoppt, als ich mir innerlich sage: “Nora, du hast bereits dein Bestes gegeben. Es ist okay! Lass die Schuldgefühle und deine Erwartungen los."

Im Yoga gibt es das Fünf-Kosha-Modell, dass besagt, dass wir aus fünf unterschiedlichen Hüllen bestehen. Die äusserste Hülle ist unser Körper und dann wird es immer subtiler. Wir haben nebst unserem Energiekörper auch noch die Hülle, die aus unseren Gefühlen und Gedanken gemacht ist.

Unser Manomaya Kosha, verbirgt viel Leiden, wenn man sich nicht bewusst ist, welchen Film wir uns täglich anschauen. Auf Netflix suchen wir uns ja auch keine Horrorfilme aus, aber unsere Gedanken könnten diesen Filmen gleichen.

Das Vijnanana Maya Kosha, ist die Hülle der Weisheit. Hier sind wir der Beobachter, der Zuschauer unserer selbst produzierten Filme. Hier können wir bewusste Entscheidungen treffen und jederzeit einen neuen Film auswählen.

Das ist eben die Kraft der Yoga-und Meditationspraxis. Wir können all das loslassen, was uns runterzieht und was wir nie waren und näher zu unserem innersten Kern, dem Anananda Maya Kosha wandern. Hier würde ich am liebsten die ganze Zeit sein, aber weil es meistens nur ein kurzer Moment im Leben ist, ist man dadurch noch dankbarer solche Momente der Glückseligkeit zu spüren. Verschmolzen zu sein im Moment und zu vergessen, wer man ist, was man ist oder woher man kommt - einfach nur pures Sein.

Yoga hat mir schon bei anderen grossen Ängsten geholfen, der Angst vor dem Gebären. Dank Pranayama (Atemübungen) und Mindest Training konnte ich meine Ängste gegenüber der Geburt lösen. Meine zwei Geburten gehören für mich zu den aller schönsten körperlichen und seelischen Erfahrungen, die ich machen durfte.



Fotografin: Géraldine Leblanc (Bild 1 & 2) und Mona Lisa Fiedler (ganz rechts)


Durch die Yogapraxis auf der Matte lernt man immer wieder sich zu beobachten. Durch die Rolle des Beobachters konnte ich meine Handlungen, meine Gedanken und meine Worte reflektieren. Tut mir das gut, was ich da mache, sage oder denke?

Schuldgefühle hindern uns daran Pausen zu machen. Pausen sind aber notwendig für unsere Gesundheit.

Wie sollen wir gute Töchter, gute Ehefrauen, gute Mütter und gute Menschen sein, wenn Schuldgefühle unser Leben bestimmen? Schule dein Selbstbewusstsein und finde den Weg der Selbstliebe. Sei dein eigener GURU! Raus aus der Dunkelheit und rein ins Licht, dass bedeutet eben Guru.

Ich achte auf meine Bedürfnisse, ich schaue zu mir. Wenn ich mir mit Mitgefühl begegne und auf meine Bedürfnisse eingehe, dann kann ich auch meiner Mutter, meiner Familie und meinem Umfeld eine wertvolle Unterstützung sein.

Sich aufopfern um jeden Preis, dass war eine Zeit des unbewussten Handelns! Wir wissen schon lange, dass es auf die Dauer selbst krank macht. Es ist nicht egoistisch auf sich selbst zu schauen, es ist wirklich notwendig!

Fotografin: Sandra Marusic


Wenn wir uns regelmässig “Me-Time” schenken ist das liebevoll gegenüber unserem Umfeld.

Wenn es mir gesundheitlich gut geht, weil ich auf mich Acht gebe, dann geht es auch meiner Familie und meinem Umfeld besser. Wenn jeder auf sich selbst Acht geben würde, würde es der ganzen Welt besser gehen.

Niemand will seine geliebten Menschen leiden sehen. Meine Mutter leidet und viele von uns mit ihr. Wir können Leid auch als Lehrer anschauen. Leid können wir in Mitgefühl und Weisheit verwandeln.

Ich möchte jetzt gut auf mich Acht geben, damit meine Töchter so aufwachsen und sehen, dass sie keine Schuldgefühle brauchen, wenn sie sich Zeit für sich selbst nehmen.

Ich möchte mir immer wieder die Zeit für mich selbst nehmen, weil ich mich selbst liebe.



Fotografin: Sandra Marusic

29 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen