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Was, wenn die Stille uns Angst macht, weil wir nicht wissen, wie wir mit der Liebe umgehen sollen?

Es ist schon 22 Uhr als unsere Kinder endlich bei uns im Bett liegen....es ist eine anstrengende Woche, irgendwie läuft nichts nach Plan. Vielleicht spüren das unsere feinfühligen Kinder und deshalb wollen sie nicht zur Ruhe kommen und gehen viel zu spät zu Bett.


Meine grosse Tochter ruft: Mama massierst du mir die Füsse? Ich schmelze dahin, dieses Ritual führen wir nun schon seit zwei Monaten und wenige Minuten später schläft sie friedlich ein und die kleine Tochter kuschelt sich an die grosse Schwester. Später werde ich sie in ihr Zimmer und in ihre Betten tragen, aber es beruhigt mich gerade ihrem Atem zu lauschen, während ich meine Zeilen hier für mich und dich aufschreibe. Denn Schreiben ist wahrlich eine Therapie.



Seit dem letzen Modul meiner neuen 200 h Ausbildung habe ich mir fest vorgenommen, wieder meine regelmässige Meditationspraxis aufzunehmen. Es hat bis jetzt gut geklappt und heute habe ich mich für eine Mindfulness Weiterbildung angemeldet.


Während es draussen regnet und die Seestrasse immer ruhiger wird, kommt mir ein Gedanke über eine verrückte Erfahrung, die ich heute bei der Meditation hatte.


Ich frage mich und vielleicht auch dich, während du meine Zeilen mitliest: Haben wir vielleicht Angst vor der Stille, weil es uns unangenehm ist, die Liebe hinter dem Chaos zu entdecken?


Mir ist schon oft aufgefallen, dass die meisten Menschen mit Chaos, Leid, Ungerechtigkeit und Wahnsinn besser umgehen können, als mit der Liebe selbst. Irgendwie haben wir gelernt mit dem Unmöglichen eine Möglichkeit zum Leben zu vereinbaren. Nur so erkläre ich mir, dass wir uns ungesunde Beziehungen antun, es aushalten, wenn Menschen gemein mit uns sind und wir selbst zu Selbstsabotage neigen.


Was wir nicht gelernt haben, ist mit Dankbarkeit, mit Mitgefühl, mit liebevollen Menschen und liebevollem Umgang mit sich selbst umzugehen. Ich glaube es macht vielen Menschen noch mehr Angst mit so viel Liebe klar kommen zu müssen als mit allen Arten von Schmerzen, Krankheiten und Problemen.


Vielleicht ist das auch der wahre Grund, weshalb uns Meditation Angst macht und wir eher dazu neigen, lieber uns mit 1000 Dingen auseinanderzusetzen als mit uns selbst. Wie oft habe ich mich sagen gehört: "Es ist so schwierig zu meditieren, denn es ist eine Flut von Gedanken und Gefühlen, die mich umstürzen wollen und manchmal auch können."


Aber heute geschah was Unerwartetes. Als ich meine gewohnte Flut überstanden hatte, kam die Stille, die unendliche Ruhe, das Nichts - oder einfach pure Liebe. Da ist ja noch mehr Liebe als ich gedacht habe, mir war das nicht mal bewusst. Ich habe nichts erwartet, ich sass einfach da, und habe gewartet, bis mein Handy Wecker klingelt und ich endlich wieder weiter arbeiten kann. Doch bevor es dieses Mal klingelt, fliessen die Tränen der Dankbarkeit, ich denke an nichts, ich fühle Leere, aber eine schöne Leere, eine unbeschreiblich schöne Leichtigkeit. Ist das Samadhi frage ich mich? Jetzt ist es aber schon vorbei.


Gleichzeitig war ich doch gar nicht bereit für diese Erfahrung. Was ist passiert? Ich kann so gut umgehen, wenn die Herausforderungen im Leben kommen. Ja wie z.b diese Woche, dass meine Bestellungen für die Yogalehrer Ausbildung nicht on time ankommen, und ich mehrfach hin und her schreiben muss mit dem Produzenten meiner Yogalehrer Taschen.


Ach ja und dass unsere beiden Putzfrauen in der gleichen Woche gleichzeitig absagen und unsere Wohnung so aussieht, als hätte ein Riese uns komplett den Haushalt wie eine Sanduhr umgedreht. Ich frage meinen Mann - Teamwork? Simon will spätabends lieber ins Gym, was ich ihm gönne und natürlich auch verstehen kann, denn er hatte heute "Daddy Tag" mit beiden Girls. Soll ich jetzt noch kurz vor Mitternacht die Wohnung alleine putzen, weil morgen zu uns Besuch kommt? Ich glaube NICHT.



Mit meiner langjährigen Yoga Praxis habe ich gelernt, wie ich mit Herausforderungen umgehen kann. Ich merke jedoch, dass die Meditation mir gerade eine neue Seite zeigen möchte. Bin ich dafür bereit, diese tiefe Erfahrung nochmal zu erleben? Vielleicht denkst du, um das geht es doch im Yoga. Im Yoga geht es doch um Licht und Liebe oder Om Shanti, Shanti, Shanti. Ja, klar hast du damit Recht.


Trotzdem ist das Erleben des eigenen (wahre) Selbst einfach unbeschreiblich schön und gleichzeitig so verrückt. Ich habe diese Liebe noch nie vorher im Inneren von mir so gesehen oder gefühlt. JA ok ich gebe es endlich zu, es hat mir eine grosse Angst eingejagt. Bin ich wirklich bereit dafür?


Meine Natur ist auf jeden Fall, die "Neugierige". Ich lasse es einfach darauf ankommen. Wer weiss, ob ich diese Erfahrung nochmals machen darf oder muss. Ich weiss echt nicht, ob ich mich darauf freuen kann oder ob es mir im Nachhinein Angst einjagt. Klar liebe ich die Liebe zu spüren und als Mama bekomm ich reichlich viel davon. Auch als Yogalehrerin spüre ich so viel Liebe und Dankbarkeit. Diese Art von Liebe, die man nur im Inneren findet, ist etwas ganz Neues und Besonderes für mich.


Hast du dich mal gefragt, weshalb du nicht meditieren möchtest oder kannst? Ist es vielleicht auch die Angst vor der EIGENEN WAHREN GRÖSSE?

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